Über das Leben eines Nova Scotia Duck Tolling Retrievers

Dummytraining auf F-Niveau

| stephan |

Gut besetzt mit fünf Teams – drei Labbis plus zwei Toller – standen wir wieder bei Thomas in Ibbenbüren auf dem Trainingsplatz. Dem Leistungsstand entsprechend hatte er ja schon beim letzten Mal gesagt, dass wir unsere eigenen Entscheidungen treffen müssen und er uns nicht mehr genau vorgibt, was wir tun sollen. Das wurde heute genauso fortgesetzt. Jeder Hundeführer war wieder auf sich allein gestellt und entschied, was fürs Gespann das Beste ist, um zum Ziel zu kommen – ähnlich wie bei einem Workingtest.

Aufgaben

Doppelmarkierung, eine ganz links am Zaun auf 10 Uhr, eine ganz rechts am Zaun auf 2 Uhr, im Rücken liegt ein Vollblind, wir durften selbst entscheiden, in welcher Reihenfolge wir den Hund schicken.

Ich entschied mich für die schwere Variante, d.h. wir schauten uns die Markierungen an, drehten uns um 180° und dann schickte ich Edison voran aufs Blind. Ohne zu zucken oder sich umzuschauen holte er mir den Dummy. Danach wieder 180° Drehung und auf die letzte geflogene Markierung geschickt, weil Edison sich dafür mehr zu interessieren schien. Perfekt gearbeitet. Bei der letzten Markierung blieb Edison nach 10m an einem Busch stehen und fing an zu schnüffeln. Ich rief ihn ermahnend sofort zurück und schickte ihn erneut. Dieses Mal mit voran, weil ich mir nicht sicher wahr, ob er sich die Fallstelle korrekt gemerkt hatte. Gute Wahl, er lief geradeaus direkt zum Dummy und brachte ihn mir mühelos.

Wieder zwei Doppelmarkierungen und ein Blind, aber von einem anderen Startpunkt aus, wodurch sich andere Winkel ergaben – der Voranpunkt war allerdings der selbe aus Aufgabe 1. Alles in allem wurden die Entfernungen fast verdoppelt, in welcher Reihenfolge gearbeitet wird, konnte man wieder selbst wählen.

Erneut wählte ich zuerst das Blind, das Edison hervorragend arbeitete. Darauf richtete ich ihn auf die erste geflogene Markierung aus, die näher zu uns lag. Auch die lief problemlos. Bei der letzten Markierung war ich mir durch Aufgabe 1 unsicher und entschied mich, Edison direkt mit voran zur Fallstelle zu schicken. Leider schätzte ich die Entfernung falsch ein und begann mit dem Suchenpfiff gut 10m zu früh, wodurch Edison nichts fand. Auch mein handlen brachte nichts, da ich von einer falschen Fallstelle ausgegangen bin. Mist! Thomas musste uns letztendlich helfen. Der Fauxpas geht klar auf meine Kappe. :/ Thomas fragte mich im Anschluss, warum ich Edison bei der letzten Markierung nicht auch mit Apport geschickt hätte. Das hätte ich bis dato doch noch nie gemacht (ja, korrekt beobachtet! :D). Ich hatte aus Aufgabe 1 kein Vertrauen in meine Fellnase und wählte deshalb das Voran. Thomas wies mich zurecht darauf hin, dass ich Edison damit zur Unselbständigkeit erziehen würde, nach dem Motto: ich muss mir ja nix mehr merken, Herrchen macht das schon für mich. Wo er Recht hat, hat er Recht. ;)

Neuer Startpunkt 10m vor einem Hügel, dahinter wirft Thomas zwei Markierungen, eine links und eine rechts an uns vorbei, danach 10m auf den Hügel hinauf laufen, 20m vor uns befindet sich eine Senke, die auf einer Linie mittig zum alten Voranpunkt liegt, in der Senke hatte Thomas mehrere Dummies ausgelegt. Einer sollte davon geholt werden, danach 180° Drehung und wieder beide Markierungen arbeiten.

Ich bin ein klein wenig stolz auf mich, denn ich drehte mich mit den ersten beiden Dummies mit, die schräg hinter Edison und mir landen. In der Vergangenheit gab es eine ähnliche Aufgabe und ich hatte es damals vergessen. Dabei drehte nur Edison mit und sprang dann ein. Dieses Mal machte ich alles richtig und wir beide konnten die Dummies gut markieren. Das Fußlaufen auf den Hügel war kein Problem. Beim Schicken in die Senke war ich gewarnt und rechnete damit, dass Edison direkt weiter zum Voranpunkt rennt. Aber er überraschte mich und wollte stattdessen auf dem Trampelpfad an der Senke links vorbei laufen (ist ja auch einfacher als mitten durch). Als er etwa auf Höhe dieser war, stoppte ich ihn mit dem Stopp-Sitz-Pfiff und brauchte ihn dann nur noch 5m nach rechts zu schicken. Sehr schön! Auf dem Hügel drehte ich mich auf Edisons Rückweg währenddessen schonmal um, so dass er im Anschluss korrekt ausgerichtet auf die linke Markierung geschickt werden konnte. Gleiches Spiel für die zweite Markierung. Es half, Edison holte mir auch den letzten Dummy ohne Probleme.

Zwei Einzelmarkierungen, die nacheinander gearbeitet werden sollen, die erste ist etwas kürzer, die zweite liegt auf der gleichen Linie wie die erste, fliegt aber länger

Edison schien nach zwei Stunden keine Lust mehr zu haben und trottete nur noch zur Fallstelle. Bei der zweiten musste ich ihn drei Mal ermahnen weiterzulaufen als er anhalten wollte. Thomas war der Meinung, dass er lediglich an der ersten Fallstelle hängenblieb und dort in die Suche überging. Ich habe es so interpretiert, dass er lieber schnüffeln wollte. Sei’s drum. Als er dann irgendwann Wind bekam, schnappte er sich den Dummy und brachte mir auch den letzten.

Fazit

Wieder tolle Aufgaben, die ganz klares F-Niveau hatten: Doppelmarkierungen, die zuerst zu Verleitungen und später zu Memories wurden. Dazu Vollblinds, hohe Entfernungen, Geländewechsel, Winkeländerungen, Steadyness und Fußarbeit. Auf den Punkt gebracht: so macht das Training riesig Spaß!!! Auch wenn nicht alle Aufgaben 100%ig geklappt haben, so waren sie doch herausfordernd und man hat wieder viel gelernt. Ich glaube, ich werde nun häufiger Doppelmarkierungen mit Edison üben. ;)