Red and White Dynamite

Dummyferien auf Rømø

Auf diese Woche freuten wir uns schon eeecht lange, denn endlich hieß er für uns: Ab in die Dummyferien! Zweimal im Jahr bietet Thomas von Dogs at Work Dummytraining in Dänemark auf der schönen Insel Rømø an: jeweils eine Woche im Frühjahr und eine im Herbst. Sobald die Trainingswoche Ende Oktober / Anfang November auf der Website gelistet war, haben wir zugeschlagen, denn man muss wirklich schnell sein, da dieses Angebot bereits innerhalb von nur wenigen Tagen vergriffen ist. So wurde bereits im Juli die Unterkunft gebucht, damit auch ja nix schief geht. Wir hatten dementsprechend eine lange Zeit der Vorfreude. =)

Edison flitzt mit einem irren Blick übers Wattenmeer während Wasser dabei in die Höhe spritzt
Sauuuu geil hier!!!

Vielleicht hat der eine oder andere ja schon mal von Rømø gehört. Es ist die Nachbarinsel von Sylt, die per stündlichem Fährverkehr innerhalb von 40 Minuten erreicht werden kann. Vorab sei gesagt, wir hatten zwar den Plan, die Tour an einem der Tage zu machen, sind dann aber doch nicht dazu gekommen. Also definitiv ein Punkt, den wir uns für die nächsten Dummyferien mal auf die Liste setzten. ;)

Als wir hörten, es würde eine Dummywoche im November geben, dachten wir uns, es wäre doch schön, wenn ein weiterer Toller mit am Start wäre. Da fielen uns sofort Sigrid und Frieda ein. Es war natürlich nicht besonders schwer sie dafür zu begeistern. :) Nach ihrer Zusage suchten wir also ein Haus für drei Menschen mit zwei Hunden. Und obwohl es noch einige Zeit hin war, hielt sich die Auswahl in Grenzen. Entsprechend freuten wir uns riesig, als wie eine wunderbare Unterkunft nicht weit vom Sønderby Strand in Havneby für uns alle fanden.

Die Grundidee der Dummyferien ist eine Mischung aus täglichen Dummyeinheiten gepaart mit Urlaub auf der Insel. Das bedeutet im Detail tägliches Training von ca. zwei bis drei Stunden in einer Gruppe mit sechs Teams im Herbst oder eben zwölf Teams im Frühjahr. Die restliche Zeit steht dann jedem für individuelle Aktivitäten zur Verfügung. Dabei findet das Training jeden Tag direkt am Strand statt. Ein echtes Highlight, da man in Dänemark den Strand mit dem Auto befahren darf, so dass wir einen Abschnitt nutzen konnten, an dem sich der Besucherverkehr sehr in Grenzen hielt. Apropos Besucher – die erste Novemberwoche ist im Grunde schon außerhalb der Saison auf Rømø. Das bedeutet auf der einen Seite zwar, dass viele Restaurants bereits geschlossen haben und viele Geschäfte den Winterschlaf antreten, auf der anderen Seite ist die Urlauberzahl aber dadurch generell sehr gering.

Trainingsgelände, hohes Gas, in dem Fähnchen stehen
Trainingsgelände …
Blick übers weite mit Rinnsalen übersähte Wattenmeer, im Hintergrund ist ein Schiff zu sehen
… mit Ausblick
Edison steht mit Stephan, Sigrid und Frieda am Strand während sie zusammen warten
Tollergespanne

Am Samstagmorgen ging es dann bei Dauerregen endlich los. Eine angenehme Tour, bis auf den zähen Teil durch den Elbtunnel, den werden wir beim nächsten Mal zeitlich besser einplanen. Dank Rømødamm, der das Festland mit der Insel verbindet, blieb uns das Warten auf eine Fähre oder ähnliches erspart. Auf der Insel trafen wir uns als erstes mit Sigrid auf dem großen Parklatz vom Butikcenter in Lakolk. Nach einem kurzen Stop in der Nähe des Hafens von Havneby, um unseren Schlüssel abzuholen, ging es dann zur Unterkunft. Übrigens mussten wir für die Aushändigung des Schlüssels tatsächlich bis Punkt 16.00 Uhr warten. Aber wir waren sehr zufrieden mit unserer Wahl. Das Haus bestach durch jede Menge Fenster, einer modernen Einrichtung, viel Platz und einem gemütlichen Kaminofen im Essbereich. Es entsprach voll und ganz der Beschreibung auf der Internetseite.

Viel Zeit blieb uns fürs erste jedoch nicht, denn für 16.30 Uhr war eine kleine Inselrundfahrt mit dem PKW angesagt. Die wollten wir natürlich auf keinen Fall verpassen. Christa und Thomas wollten allen Teilnehmern die wichtigsten Routen auf der Insel zeigen. Leider wollte uns das Wetter nicht so richtig willkommen heißen. Es stürmte und goss wie aus Kübeln. Das tat dem ersten Eindruck aber keinen Abbruch. Und so bestaunten wir den breitesten Strand Europas in Lakolk und Sønderby. Früher konnte man die beiden Strandabschnitte mit dem Auto direkt über den Strand erreichen, dies ist jedoch auf Grund einer Barriere in Lakolk nicht mehr möglich. Das gab uns aber die Möglichkeit die wichtigsten Straßen auf der Insel kennenzulernen. Da Rømø nicht sooooo riesig ist, bekommt man dadurch eine gute Orientierung hinsichtlich der Hauptstraßen. Zum Abschluss der Tour wurde dann noch kurz angestoßen und es gab ein paar Leckereien. Die erste Chance sich mit den anderen Teams der Gruppe etwas zu unterhalten.

Flat Coated Retriever Eaton sprintet mit Dummy im Fang durchs hohe Gras
Flitze-Flat Eaton von Anne
Labrador Retriever Enyo sprintet mit Dummy im Fang übers Wattenmeer
Labbi Enyo von Christa und Thomas
Golden Retriever Mia läuft durchs hohe Gras frontal auf die Kamera zu
Golden-Hündin Mia von Sylke
Flat Coated Retriever Ivy sprintet durchs hohe Gras auf die Kamera zu
Flat-Hündin Ivy von Andrea
Flat Coated Retriever Ayca steht im hohen Gras und schaut dabei direkt in die Kamera
Flat-Hündin Ayca von Hannelore
Toller-Dame Frieda läuft durchs hohe Gras frontal auf die Kamera zu
Toller-Dame Frieda von Sigrid

Nach diesem bis dato aufregenden Tag richteten wir uns im Haus ein wenig ein, kochten lecker Abendbrot und saßen anschließend in Erwartung des ersten Trainings am nächsten Tag noch etwas zusammen. Dafür hatte sich Thomas etwas ganz besonderes ausgedacht. Für den Einstieg und um sich untereinander besser kennenzulernen, gab es ein lockeres Training, das nicht nur was mit Dummyarbeit zu tun hatte, sprich eine bunte Mischung aus Aufgaben für Hund und Halter, die für viel Spaß sorgten.

Edison läuft geführt von Stephan zur ersten Aufgabe
Auf zur ersten Aufgabe
Edison durchstreift das hohe Gras auf der Suche nach einem Dummy
Ab in die Suche
Edison läuft an der Seite von Stephan über den matschigen Stand
Erste Runde geschafft
Edison wärmt sich auf, indem er seine vorderen Beine nach vorn und seinen Hintern nach hinten streckt
Stretching
Edison gähnt mit weit geöffnetem Maul
Wer wird denn hier gähnen? :D
Toller-Dame Frieda genießt sie Sonnenstrahlen während sie wartet
Sonne tanken
Mia genießt bei geschlossenen Augen die Sonne und wird dabei von Sylke am Kopf gekrault
In der Ruhe liegt die Kraft

Die weiteren Tage verliefen nach einem ähnlichen Schema. Vormittags zwei bis drei Stunden Training mit unterschiedlichen Schwerpunkten, abends dann für alle zur freien Verfügung. Dazu gehörten u.a. aber auch Videoaufnahmen, welche einen Abend später dann gemeinsam angeschaut und analysiert wurden. Für die meisten das erste Mal die Chance überhaupt, sich selbst beim Handling mit dem Hund zu beobachten. Das sorgte für so einige Aha-Momente, da man auf einmal Sachen entdeckte, die man in der Trainingssituation gar nicht wahrnimmt. Ein besonderes Highlight für alle war sicher das Training in der Dämmerung. Wirklich erstaunlich wie gut die Nase des Hundes arbeitet. Alle Hunde haben bewiesen, dass sie das Tageslicht im Grunde garnicht zwingend benötigen.

Edison läuft mit Dummy im Fang im hohen Gras, im Hintergrund ist Werferin Christa zu sehen
In seinem Element
Edison bringt den Dummy zurück zu Stephan, der am Fähnchen steht und seine linke Hand austreckt
Aufgabe hervorragend gemeistert!
Edison liegt tiefenentspannt neben Stephan im hohen Gras, der die Geste »Daumen hoch« macht
Ready 4 Action
Edison sitzt neben Stephan, der ihn gerade voran schicken will
Auf die Plätze, …
Edison setzt neben Stephan zum Sprint an, der ihn gerade voran geschickt hat
fertig, …
Edison schießt aus den Startlöchern, der von Stephan gerade geschickt wurde
Los!
Edison läuft mit tiefer Nase durchs Gras
Immer der Nase nach
Edison läuft erfolgreich mit einem gerade gefundenem Dummy im Fang zurück
Gefunden!
Edison steht beim Warten angeleint neben Stephan am Strand
Pause

Als einziger Wehrmutstropfen stellte sich am ersten Trainingstag leider heraus, das zwei Hündinnen läufig waren. Aus diesem Grund musste die Gruppe gesplittet werden, sprich zuerst trainierten die Rüden, danach die Hündinnen. Edison, der ja gerade erst vor einigen Wochen das erste Mal gedeckt hatte, ließ das Ganze auch nicht kalt. Er war teilweise sehr stark abgelenkt, sehr zum Unmut von Stephan.

Toller-Dame Frieda sitzt neben Sigrid und schaut dabei fokussiert geradeaus
Jetzt ist Frieda an der Reihe
Toller-Dame Frieda springt förmlich mit Dummy im Fang durchs hohe Gras
Der kleine Fuchs Frieda auf dem Rückweg
Flat Coated Retriever Ivy läuft mit Dummy im Fang durchs hohe Gras
Ivy zeigt was sie kann
Golden Retriever Mia fliegt förmlich durchs hohe Gras
Schnell, schneller, Mia

Unser Trainingsplan sah im Groben folgendermaßen aus:

Sonntag:
Kennenlerntraining mit praktischen Aufgaben fürs Team oder den Hundeführer allein

Montag:
Körpersprache beim Dummytraining inkl. Videoaufnahme und Zirkeltraining zum Thema Einweisen

Dienstag:
Vormittags – Steadyness, Einfach- und Doppelmarkierungen, Suchen / vielfältige Aufgabestellungen aus der Line / 2, 3 oder 4 Hunde arbeiten nebeneinander und gleichzeitig
Abends – Videoanalyse vom Tag zuvor

Mittwoch:
Vormittags – Einweisen (Voran – Back – Rüber – Stopp/Sitz), nicht zu vergessen der Wind
Abends – Dummytraining in der Dämmerung

Donnerstag:
Suche und kombinierte Aufgaben

Freitag:
Wunschaufgaben der Teilnehmer

Edison läuft neben Stephan frei bei Fuß durchs hohe Gras
Ich wäre bereit für weitere Dummies
Edison läuft stolz mit Dummy im Fang durchs hohe Gras
Nummer eins …
Edison rennt mit Dummy im Fang durchs hohe Gras
… und Nummer zwei
Edison läuft neben Stephan, der einen Dummy in seiner rechten Hand hält, frei bei Fuß durchs hohe Gras
Auf zur nächsten Aufgabe
Edison, der gerade von Stephan geschickt wurde, rennt durchs hohe Gras auf den Strand zu
Geländewechsel
Edison fliegt förmlich mit Dummy im Fang übers Wattenmeer
Im Fluge zurück
Edison läuft mit Stephan frei bei Fuß durchs Wattenmeer und schaut dabei zu ihm hoch
Hab ich gut gemacht, oder?!
Aufgabe – 120m Blind

Neben den Dummyeinheiten haben wir zusammen mit Sigrid und Frieda auch einige Male Rømø unsicher gemacht. Allabendlich gab es ein paar Spiele Rummikub und wir haben gemeinsam gekocht – im Vorfeld hatten wir uns abgesprochen, wer was wann kocht und die entsprechenden Zutaten mitbringt. Das war eine super Idee, denn so waren wir 1A verpflegt. Natürlich haben wir unseren Plan auch das ein oder andere Mal spontan angepasst. So gab es an zwei Tagen extrem leckere Fischbrötchen am Hafen bei Otto & Ani’s Fisk. Um ehrlich zu sein, konnte ich von den Matjesbrötchen nicht genug bekommen. Der Matjes wird dort anders als in Deutschland scheinbar in Rotweinessig, Zwiebeln und Piment eingelegt, was ihm eine ganz besondere geschmackliche Note verleiht. Zusammen mit etwas frischem Salat auf einem noch warmen Brötchen hat es einfach sooooo gut geschmeckt. Yummy. =)

Toller-Dame Frieda steht im hohen Gras schaut sich aufmerksam um
Erst mal die Lage sondieren …
Toller-Dame Frieda fliegt mit Dummy im Fang durchs hohe Gras
… und dann In Windeseile zurück

Überhaupt verging die Zeit wie im Flug. An einem der Nachmittage waren wir alle zu Kaffee und Kuchen bei Hannelore eingeladen, die spontan ihren Geburtstag mit uns gefeiert hat. An einem anderen Nachmittag machten Stephan, Edison und ich einen Ausflug nach Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks. Ein hübscher Ort mit alten Häusern und kleinen Gassen. Lediglich das Einkehren für einen Kaffee war schwierig, da Hunde nirgendwo erlaubt waren und das Wetter nicht gerade zum Draußensitzen einlud. So blieb es bei einem ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt und ein wenig Bummeln durch ein paar Geschäfte. Das Kaffeetrinken haben wir dann zusammen mit Sigrid einfach am Freitag auf Rømø im Hattesgaard nachgeholt. Sehr zu empfehlen, denn es handelt sich hierbei um eine Café in einem Interiorgeschäft mit jeder Menge Kuchenauswahl und antikem Charme. Da Frieda und Edison hier leider auch nicht mit rein durften, mussten sie auf uns im Auto warten.

Was das Warten im Auto betrifft, hat Edison übrigens einen schönen Sprung gemacht. In den letzten Monaten hatte er immer wieder Protest angemeldet, wenn wir ihn im Auto zurückgelassen haben. Scheinbar hat das häufige Warten im Kofferraum beim Training am Strand den ursprünglichen Zustand wiederhergestellt. Er wartet nun wieder geduldig ohne sich zu beschweren. :)

Zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit auf Rømø luden uns Christa und Thomas in ihr Haus zu einem gemeinsamen Abendessen ein. Jeder brachte etwas mit, so dass die Tafel am Ende prall gefüllt war. Alle hatten sich etwas zu erzählen und die Zeit bis zur Heimfahrt ging schnell vorbei. Überhaupt hatten wir mit unserer Truppe richtig Glück – lauter nette Personen, die das Interesse an Hunden und der Dummyarbeit zusammengeführt hat. Unser Fazit: Wir wären im nächsten Jahr sehr gern wieder mit dabei. ;)

Toller-Dame Frieda fliegt übers Wattenmeer und hat dabei nur einen Fuß am Boden
Frieda – Fuchs oder Toller?

Danke Thomas und Christa für dieses einzigartige Erlebnis! :o)