Zurück im Retrieverparadies
Nachdem die Wochenenden im August ganz im Zeichen der Ausstellungen standen, war es nun Zeit für ein wenig Kontrastprogramm. Und was gibt es da Schöneres als das Wasserseminar bei Carsten Schröder auf dem wundervollen Gelände bei Gut Sunder!? Genau! Wie auch schon im letzten Jahr hieß es wieder fünf Uhr morgens aufstehen, um kurz nach sechs losfahren, um gegen halb neun am Parkplatz anzukommen, wo bereits Thomas mit Christa, Andreas, Susanne und Katja warteten. Es blieb aber noch Zeit schnell auf die Toilette zu gehen, wo mir auf dem Rückweg Simone über den Weg lief, die eine Nacht im Hotel verbracht hatte und gerade auscheckte. Wieder am Auto angekommen traf ich auch den Rest der Truppe, wir waren vollzählig. Fehlte also nur noch Carsten, dann konnte es endlich losgehen.

Der Wettergott war gnädig mit uns und spendierte traumhaftes Wetter inkl. viel Sonne. Morgens war es nur ein wenig diesig, was sich aber recht schnell legte. Im Vorfeld versammelten wir uns um Carsten, der von jedem von uns wissen wollte, woran wir heute arbeiten möchten. Jeder hatte so seine spezielle Baustelle oder einen besonderen Wunsch, was er heute machen wollte. Da es im Vergleich zum letzten Jahr keinen blutigen Anfänger gab, teilte Carsten uns in zwei Gruppen auf. Gruppe A bestand aus Katja mit Elli, Simone mit Henry, Ela mit Riccio sowie Edison und ich. Gruppe F bildeten Susanne mit Bella, Andreas mit Mia, Anne mit Eaton sowie Thomas mit Enyo. Was mir sehr gefiel war, dass wir wieder vier der sechs Retrieverrassen am Start hatten: drei Flats, drei Labbies, ein Curly und ein Toller.


Die ersten Aufgaben hatten es gleich in sich. Gruppe A durfte als erstes ran. Es wurde nacheinander bzw. gleichzeitig an mehreren Stationen gearbeitet, die Carsten für uns aufgebaut hatte. D.h. die Hunde mussten direkt mit ansehen, wie die Dummies flogen und die anderen Hunde sie aus dem See apportierten. Sofort merkte ich, dass meine Fellnase unter Strom geriet, er wollte um alles in der Welt endlich ins Wasser. Ich achtete dabei wie ein Luchs auf ihn, weil ich doch verhindern wollte, dass er noch vor dem ersten Apport einspringt. Es half, Edison blieb schön neben mir sitzen. Dafür entlud sich ein Großteil seiner Energie beim ersten Sprung ins kühle Nass in einem Startlaut. Sei’s drum, er schien zumindest enormen Spaß gehabt zu haben und fischte einen Dummy nach dem anderen aus dem Wasser. ;)








Dann ging es für uns weiter zum Schilf, das direkt am Ufer lag. Bevor wir allerdings loslegen konnten, bereitete Carsten noch die Aufgabe für die Fortgeschrittenen vor. Am Schilf gab es zwei Einstiege, so dass zwei Hunde gleichzeitig arbeiten konnten. Carsten verstecke insgesamt acht Dummies. Nachdem ein Gespann zwei davon eingesammelt hatte, wurde durchgewechselt.




Runde drei. Zwei Gespanne arbeiten nacheinander. Dieses Mal schnappte sich Carsten ein Boot und legte einen Dummy in hoher Entfernung aus. Auf dem Rückweg des ersten Hundes warf er dann eine Verleitmarkierung, die der zweite Hund holen sollte, nachdem der erste seinen nach Hause gebracht hat. So kam jeder in den Genuss einmal warten und einmal der Verleitung widerstehen zu müssen.













Mittagspause
Die Zeit verging wirklich wie im Flug. Ich war richtig perplex als irgendjemand sagte, wir hätten schon drei Stunden hinter uns. Das lag bestimmt daran, dass wir im Vergleich zum letzten Jahr sofort mit mehreren Gespannen gearbeitet haben. Es gab viel weniger Wartezeiten. Carsten hatte aber auch ganz schön zu tun, er war ständig unterwegs, um neue Dummies auszulegen, sie zu werfen und nebenbei noch Tipps zu geben. Zum Mittagessen holte jeder seine selbstgemachten Speisen hervor, stellte sie auf den Tisch und das köstliche Schlemmen konnte beginnen. Wir hatten natürlich viel zu viel gemacht und hätten locker noch eine zweite Kompanie damit satt bekommen. Die Stimmung war wirklich ausgelassen. Wo morgens noch jeder ein wenig mit sich selbst beschäftigt war, lockerte sich das ganze nun sehr schön auf.

Neuer See, neues Glück. Endlich konnte es weitergehen. Bei dieser Aufgabe stand die Dummyabgabe bei mir im Fokus. Nach meiner APD/R vor ein paar Monaten bin ich sehr darauf bedacht, dass ich meine Hand immer schnell unter den Dummy bekomme, damit er nicht herunterfällt. Dadurch hat sich leider ein wenig Hektik bei mir eingeschlichen, gerade am Wasser, so dass ich eher einen Schritt auf Edison zu mache bevor er ganz bei mir ist. Carsten fragte mich, wie ich es sonst handhabe. Daraufhin sagte ich ihm, dass Edison normalerweise bei mir einparkt und ich den Dummy erst dann entgegennehme. Carsten ermutigte mich, dies nun auch am Wasser zu tun und siehe da, nach dem dritten Mal klappte es ganz genauso, ich bewegte mich keinen Zentimeter mehr. Ich wartete einfach bis Edison an meinem linken Bein saß. Geht doch! Und geschüttelt wurde sich auch erst danach, was will man mehr? :)














Positionswechsel. Wir alle gingen rüber zu den kleinen Teichen, wo Carsten mehrere Stationen aufbaute, um hervorragend Geländeübergänge praktizieren zu können. Wie auch im letzten Jahr war ich wieder total geflasht davon, wie Edison diese sofort annahm und mir nichts dir nichts aus dem einen Gewässer raus, schnell über Land lief, um ins nächste Gewässer wieder reinzuspringen. Ebenfalls faszinierend wie er dabei den Dummy kein einziges Mal verlor. Ich bin begeistert! Das ganze hat Julia beim ersten Mal übrigens auch auf Video festgehalten. ;)




Carstens letzte Aufgabe bestand schließlich darin einfach sechs Dummies ins weit entfernte Schilf zu schmeißen, die Riccio und Edison abwechselnd holen sollten. Die Schwierigkeit lag darin, dass die Hunde dabei ihre Positionen verändern mussten, indem wir einige Meter mit ihnen um eine Ecke laufen durften und sie quasi von dort schicken sollten, wo Carsten geworfen hatte. Total krass wieviel Ausdauer meine wasserverrückte Fellnase hier an den Tag legte. Nach dem Schicken standen wir am Ufer und sahen nur wie Edison im Schilf verschwand, um nach einer gefühlten Ewigkeit erfolgreich mit einem Dummy im Fang wieder aufzutauchen. Ich hätte ihn dafür knutschen können, so stolz war ich! :)



Gegen 18 Uhr, als wir quasi schon fertig waren, gingen wir mit Edison nochmal an einen anderen See, um unsere GoPro zu testen. Ich wollte immer schon mal sehen, wie ein Wasserapport aus der Egoperspektive ausschaut. Gesagt getan! Neben einem einfachen Apport durfte Edison am Ende auch nochmal einen Dummy aus dem Schilf holen. Applaus, das hast du echt toll gemacht! :)





Was man oben schon auf den letzten Fotos angeteasert gesehen hat, jetzt auch nochmal als Bewegtbild aus der Egopespektive:
Fazit
Was für ein toller Tag! Ich hatte anfangs zwar ein wenig Mühe richtig reinzukommen und war – warum auch immer!? – sehr aufgeregt, jedoch legte sich das Gefühl und ich berappelte mich schnell. Vermutlich wollte ich es mal wieder zu gut machen. Meine Angst, dass Edison am Wasser einspringt, was er die letzten Male gern mal gemacht hat, wenn er lange warten musste, war witzigerweise unbegründet. Er ist kein einziges Mal eingesprungen. Ob das was mit meiner eigenen Einstellung zu tun hat, wer weiß? :D Alles in allem hat Edison im Vergleich zum letzten Jahr einen riesigen Sprung gemacht: das Arbeiten im Schilf war einfach grandios, so als würden wir es wöchentlich üben, dabei hat er seit einem Jahr kein Schilf mehr gesehen, die Apportdistanzen wurden locker mal verdoppelt, alle Verleitungen hat er links liegen lassen, er ließ sich im Wasser einweisen, Geländeübergänge wurden als Selbstverständlichkeit überwunden … wow, also wenn ich ehrlich bin, hat meine Wasserratte meine Erwartungen weit übertroffen! Freu, freu, freu! :)
Last but not least, ein großes Dankeschön geht an Thomas, der sich wieder die Mühe gemacht hat, so eine fantastische Truppe zusammenzustellen. Danke aber auch an Carsten für die tollen Aufgaben und die Tipps, die du uns mit auf den Weg gegeben hast. Und danke auch an mein Schatz, die unermüdlich mit der (Video-)Kamera draufgehalten hat. (hug)